Appenrode & Bettlershayn

Wo sind die Völker geblieben, die ehedem die ganze Welt mit Ihrem Glanz und Ruhm erfüllten?

Sie verschwanden spurlos aus der Geschichte, doch die entstandene Lücke wurde sofort wieder ausgefüllt. An ihre Stelle traten andere, um die Rolle jener weiter zu spielen. Und über die Stätte, die jene einst bewohnten und besiedelten, geht jetzt vielleicht der Pflug des Landsmannes und verwandelt die Erde der Hirten.

Vorgänge ähnlicher Art haben sich, wenn auch nur in kleinem Maßstab, in unserer engeren Heimat, dem ehemaligen Amt Hohnstein abgespielt. So unter anderem in den nordwestlichen Teilen der Gemeindeflur Appenrode, dem sogenannten Hagen.

Dem engen Hagental mit seinen ausgedehnten Wiesenflächen sieht man es kaum an, dass es einst in seinem Schoß ein Dorf beherbergte. Wenn die Geschichte nicht wäre ! Ihr wollen wir folgen und alles, was sie darüber zu sagen und zu berichten weiß, der Mitwelt übermitteln.

Das verschwundene Dorf war eine uralte Ansiedlung, die den Namen „Bettlershayn“ trug. Es entand auf einer Rodung und lag ungefähr in der Mitte des Tales, das der Fuhrbach, der oberhalb von Niedersachswerfen in die Behre mündet, durchfließt und erstreckt sich demnach von dem heutigen Vorwerk Königerode bis zum Steintal, wo in früheren Jahren eine Mühle stand.

Seiner Anlage nach war es ein echtes Walddorf, mit dem System des Haufendorfes und Einzelhöfen.  Einzeln zerstreut liegende Gehöfte in Folge der natürlichen Abgrenzungen des Tales lagen entlang des Fuhrbaches über das ganze Tal hinauf zerstreut. An die Wohnungen grenzte zu beiden Seiten das Ackerland, das sich bis auf die beiderseitigen Anhöhen hinauf zog. (Auszug aus der Niederschrift von E. H. hinterlegt bei der Bäuerin M. K. geb.H. )

Ein längst vergessenes Dorf – Zeugnis der Vergangenheit, ein verwaister Ortsteil wird neu entdeckt ! Das Dorf erstreckte sich vom heutigen Königerode bis zum Steintal

Es gab einen ausgedehnten Gemeindebesitz aus Wald und Weidetriften (Allmende). Die Zahl der Einzelbesitzungen, genannt „Erben“, betrug dreiundzwanzig.   

Nach den Fleglerkriegen wurde Bettlershayn aufgegeben, nur noch die Hayner Linde erinnert an das Dorf.

Seine Bewohner siedelten sich am Hayner Berg an. Bis 1877 behielten die Hayner eine eigene Kommune mit eigener Vereinslandschaft innerhalb der Gemeinde Appenrode.

 Die original Bücher zum Hayner Dorf wurden aufgefunden, zwei Exemplare der Vergangenheit.

Das „4. Haynerbuch“  ist gut erhalten und wurde geführt von 1805 bis 1877.

Das ältere möglicherweise „3.Haynerbuch“  ist in einem schlechteren Zustand.

Beide Bücher wurden digitalisiert und sollen nun von der deutschen in lateinische Schrift übertragen und restauriert werden.

Wir möchten die Bücher lesen und in Erfahrung bringen, ob weitere Bücher aus früherer Zeit existieren.

Förderverein Appenrode.ev